Lehrer und Eltern sauer nach Sommer-Interview


NRW-Schulministerin Barbara Sommer Die Schulen sollen endlich ihren Lernstoff entrümpeln … etwa so war das zu verstehen, was die nordrhein-westfälische Schulministerin Barbara Sommer in einem WDR-Interview sagte, als es um die Kritik am so genannten Turbo-Abitur ging. In einer Woche, in der neben Studenten auch viele Schüler auf die Straße gegangen waren, wollte die Ministerin Kritik am Abitur nach 12 Jahren nicht gelten lassen. Das Ministerium habe inzwischen die Kern-Lehrpläne verschlankt und jetzt seien die Schulen gefragt und müssten sich auch von Lernstoff trennen, um für Schüler und Lehrer zumutbaren Unterricht zu ermöglichen.

Auf das Interview reagierte die Opposition im Landtag mit deutlicher Kritik. Von der SPD hieß es dazu, Sommers Äußerungen seien nichts anderes, als die Verantwortung am Turbo-Abitur auf die Lehrkräfte abzuschieben. Für die “dilettantische Umsetzung des Abiturs in zwölf Jahren [...] und der unzumutbaren Unterrichtsverdichtung in den fünften bis siebten Klassen der Gymnasien” sei schließlich die schwarz-gelbe Landesregierung selbst verantwortlich, so die SPD weiter. Und die Grünen nannten es “billig”, den Schwarzen Peter den Schulen zuzuschieben.

Logisch, dass die Äußerungen der Schulministerin aber nicht nur in der Politik, sondern auch von Lehrern und Eltern gehört wurden. Darüber habe ich für das WDR 5 Morgenecho berichtet:

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Zusammengefasst klangen die Reaktionen auf das Sommer-Interview bei WDR 2 in den Regionalnachrichten so:

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Momentan bin ich vor allem froh, dass meine Kinder noch ein paar Jahre zu klein für die Schule sind. Mir graust es jetzt schon davor, was man da als Eltern mit seinen Kindern alles erleben muss. Ich gehöre sicherlich nicht zu den Menschen, die sagen, dass früher alles besser war – aber ob sich die Dinge heute zum Besseren entwickeln, da bin ich mir in puncto Schule leider überhaupt nicht sicher.

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  1. #1 von Chrischian - 7. Dezember 2009 zu 17:55

    Na gut, das Abitur nach 12 Jahren ist ja jetzt nicht besonders neu. In einigen neuen Bundesländern (Sachsen und Thüringen) wurde das G9-Abitur (also in 13 Jahren) gar nicht erst eingeführt und es scheint zu gehen, wenn man sich mal die PISA Ergebnisse in Deutschland anschaut. Auch bei unseren Nachbarn ist das Standard. Die Problematik liegt eber einfach am Kauderwelsch, der wirklich jetzt im Lehrplan existiert, aber auch hier muss seitens der Kultusministerien in den Ländern mehr ausgedünnt werden. Die Verantwortung liegt dort richtigerweise nicht nur bei den Schulen (in diesem Punkt gehe ich mit).

(wird nicht veröffentlicht)
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